but I’m not the only one…

Ja ich dreame lieber als ich streame – und ich bin froh, dass ich weder Konzerte streamen muss, und noch dankbarer bin ich, dass ich keine spielen muss. Ich finde es befremdend. Und nein – ich kann mir das weder anschauen, noch anhören … dann lieber bewußt Musik hören, mit geschlossenen Augen, oder meditieren und spazieren gehen, und einmal mehr Bodenwischen …etc …

Heute beim Frühstück kam auf einmal dieser Gedanke:

Wenn es irgendwann wieder möglich ist, dann möchte ich wieder mit Band spielen, und am allerliebsten im eigenen Club – ich liebe und schütze meine Souveränität und es belastet mich sehr schnell, wenn ich das Gefühl habe Erwartungen erfüllen zu müssen. Pressetexte werden ja mit so vielen Superlativen aufgeblasen, dass ich beim Lesen schon so einen Stress bekomme. Tja und wenn z. B. eine Agentur dahinter steht und Geld verdienen will, und ein Veranstalter vor dem Konzert schon die zahlenden Gäste zählt … dann sträubt sich alles in mir und ich beweg mich nicht aus dem Haus.

Und so „dream“ ich weiter … und entdecke alte Songs die ich Anfang 20 als junge Mutter und völlig auf mich allein gestellt geschrieben habe  … und ich hab sie mir alle gemerkt … und heute klingen sie eigenartigerweise ganz aktuell …

Dann kam mir heute beim Frühstück dieses Bild  – das Kürbiskernöl aus der Steiermark – steht bei uns auf dem Tisch und es hat über Umwege zu uns gefundenen – und wir haben es davor nicht gratis runtergeladen, oder im Supermarkt geschenkt bekommen – oder mit der Post zugeschickt bekommen  – nein – wir haben es einfach direkt gekauft! Und wie bin ich froh, dass dieses Kürbiskernöl nicht im Supermarkt steht – sondern direkt von den Erzeugern zu uns kommt!

Und warum sollen MusikerInnen ihre Musik zuerst gratis ausströmen, damit dann irgendwer vielleicht dann irgendwann vielleicht irgendwo zu einem Konzert kommt? Dass vielleicht Agenturen interessiert sind, wenn sie sehen dass man viele likes und followers hat – das hebt den Marktwert? Aha – dann bekommen sie auch was vom Kuchen und müssen vorab nicht viel „investieren“ und profitieren dann mit – wenn es tatsächlich zu Konzerten kommt. Ich weiß schon – der Traum vom internationalen Durchbruch. Ich träume weder von einem nationalen noch von einem internationalen Durchbruch –  bin in der Welt zu Hause in der ich mich musikalisch bewegen kann – ich arbeite HIER und JETZT – wo auch immer das ist. Die Sprache ist prägend – alemannisch – englisch – deutsch – das sind meine Textsprachen – in denen ich mich unterschiedlich zu Hause fühle.

Und bitte bitte nicht einfach kostbares Kürbiskernöl an alle schicken- zunächst ist es ratsam die eigenen Ressourcen zu studieren und lässt sich erahnen, wieviele Menschen man erreichen möchte. Wenn ich 750 Liter Kürbiskernöl  habe, dann brauch ich nicht 10.000 Followers – ich brauch pro Monat ca. 65 tatsächliche Abnehmer und die finden sich, wenn die Qualität passt.

Warum soll es in der Musik so anders sein? Weil wir die ganze Welt erreichen können? Von Österreich aus? Ja das mag schon sein – aber auch das hat seinen Preis!

Ich möchte hier und jetzt live spielen! Hier und da – wo immer das ist!

Und ja  – ich mag nicht auf Tour gehen – ich mag nicht fliegen – ich mag nicht immer spät heimkommen –
so vieles was im Musikbusiness ganz normal ist mag ich nicht – mag nicht ständig irgendwelchen Leuten hinterherstiefeln – bin Journalisten gegenüber doch sehr schnell zickig- und finde viele Journalisten so aufgeblasene Wichtigtuer – egozentrische Meinungsmacher …  ja und was mag ich? spielen!

Es gibt so vieles, was verkauft wird – als hip und cool – und ich kann gar nichts damit anfangen- so vieles was ich hör spricht mich nicht an – so vieles wird einfach aufgeblasen und hat kaum Substanz – und dann gibt es wieder Entdeckungen die sind – unscheinbar – und so großartig –

Für mich war 2020 die Wiederentdeckung von Norma Winstone -oh wie lieb ich ihre Musik – und ja sie wird weder auf FM4 gespielt und vermutlich ganz selten auf Ö1 – und ich finde – ihre Musik sollte ganz oft gespielt werden weil sie so wunderbar tief geht und  so wohltuend ist – aber so individuell ist es mit Musik – auf jeden wirkt sie völlig anders – und das ist auch gut so.

So und jetzt –  nehme ich das Kürbiskernöl und tunke das Brot darin ein – und genieße jeden Bissen…
und träume von  Marokko … you may say I’m a dreamer …