Foto © Ernst Peter Prokop

 

Insgesamt sind 4 Tonträger entstanden mit 42 vertonten Songs.

Angefangen hat es 1997 in Innsbruck

…mit dem Gedichtband von Thomas Bernhard, den ich in Innsbruck von einem Professor bekommen habe mit dem Auftrag – die Engel der Lavant zu suchen – seit dem webe ich Gedichte der Kärntner Dichterin Christine Lavant (1915-1973)  zu Songs, aus purer Leidenschaft und Betroffenheit. Sehr viele Songs sind zw. 1999 – 2002 entstanden beim Lesen von „Kunst wie meine ist nur verstümmeltes Leben“ Otto Müller Verlag Salzburg 1978 –   Mein Lieblingstext darin:

„Die Stille als Eingang des Geistigen“ aus dem der Tänzer entstanden ist( Herzhandteller)

Was mich berührt, trifft, anspricht wandelt sich zu einem Song.

Das Vertonen der Texte von Christine Lavant ist mir beim Lesen passiert.
Versunken in ihren Worten – aufgetaucht mit Musik.

Dabei geht es mir gar nicht darum, Lavants Gedichte musikalisch zu interpretieren, sondern die Gedichte als zeitlose Mitteilungen und Songtexte anzunehmen. Mich intuitiv auf Lavants Wort einzulassen und Wort und Musik zu verbinden. Ich schreibe musikalisch auf, was ich beim Lesen höre und fühle. Meine Musik ist eine Reaktion die durch Resonanz entsteht. 

Ich liebe ihre Sprachkunst – ihre Wortkreationen –  ihre  Ausdruckskraft –  ihren Mut innere Zustände sprachlich auszudrücken –  Dort, wo vermutlich die allermeisten Menschen in eine Sprachlosigkeit fallen, findet sie Ausdruck – ihre bilderreiche Sprache die aus der Dunkelkammer der Seele entsteht, und vielleicht gerade deshalb kann ihre Lyrik den Verstand so wundersam aus dem Trott bringen- es gibt nichts zu verstehen, nichts zu begreifen – auf den Sprachwellen reiten und sich treiben lassen -auf so vielen Ebenen –  ohne Meinung. Mitfühlen und Wachsen dürfen am Erlebten, am Erfahrungsreichtum den sie mitgeteilt hat und uns hinterlassen hat als großes kulturelles Erbe. Entsprechungen, Resonanzen wahrnehmen – wieder gehen zu lassen- ein innerer Prozess. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen aktuell völlig am Rande leben, in diesen immer verrückter werdenden Gesellschaften? 

In einem Körper zu leben, der durch sein nicht „normal“ funktionieren auch die Psyche ständig an die Grenze bringt ist eine ganz besondere Herausforderung. Deswegen kann Christine Lavant auch mit niemandem verglichen werden. Es ist ein Wunder dass sie überhaupt so lange gelebt hat – und sie hat aus diesem Wunder ein großes Sprachwunder erschaffen. Für mein Ohr ist Christine Lavant weder düster, noch negativ – ich höre eine mutige leidenschaftliche, liebende und kompromisslos ehrliche und auch humorvolle Stimme, die Erlebtes ungeschminkt zum Ausdruck bringt. Sie kennt sich aus in der Unterwelt – und weiß, was es bedeutet, ganz am Rand der Gesellschaft zu leben. 

 Nicht nur das Vertonen, das Aufnehmen, die inspirierende Zusammenarbeit mit vielen großartigen MusikerInnen – auch die vielen Rückmeldungen des Publikums, die tiefgehenden Gespräche nach Konzerten –  Menschen die mir schreiben – die Lyrik lieben, mir Gedichte schicken, es ist immer wieder sehr bewegend.