Ich wähle die Texte intuitiv aus –  ich lass mich treiben … und da wo ich Resonanz fühle – da höre ich genau hin und dann geschieht es – ich höre Musik und schreibe sie auf – dieser Prozess geschieht sehr spontan und fühlt sich an wie eine Begegnung  – eine Entsprechung – ein Empfangen – eine Berührung!
Seit 1997 begleitet mich Lavant – und es ist ein Dialog entstanden der freilich auf ungreifbarer und unsichtbarer Ebene stattfindet – und rein materialistisch betrachtet natürlich unmöglich ist – aber genau die Unsichtbaren und ungreifbaren Ebenen unseres Daseins haben mich immer schon fasziniert.
Lavants Sprache trifft mich persönlich – es ist eine sehr persönliche und auch intime „Ansprache“ – und ich antworte mit Musik – und ich möchte nicht interpretieren –
sondern ich gebe eine durchaus persönliche und intime Antwort zurück – ich singe!
es ist ein von Wertschätzung und Ehrfurcht geprägter Dialog!
Ja ich liebe Christine Lavant – ich liebe ihr Werk und bin fasziniert von ihrem Reichtum und ihrem Mut. Und sie kann gerade jetzt Mut machen, dem Elend, dem Schmerz ins Auge zu schauen. Mit Unsicherheiten leben lernen – Lavants Leben war ein einziger Ausnahmezustand – sie war eine Ausnahmepersönlichkeit.
Dass Lavant im Juni 1973 gestorben ist und ich im Juli 1973 geboren wurde ist eine Tatsache, dass sie am selben Tag Geburtstag hat wie meine Mutter ist auch eine Tatsache.
und auch, dass sie zur Generation meiner Großmutter gehört.
Meine Beziehung zu meiner Großmutter war/ist eine sehr innige – und ich war die Enkeltochter die immer zugehört hat – damals in der Waschküche in Wolfurt – Vorarlberg.
In dieser Alchimistischen Stube habe ich die Kraft und Magie des Wortes kennengelernt – die Kraft der Erzählung! Das Reden über das Unsichtbare – über menschliches und unmenschliches – über Krieg und Frieden, über Gott  – meine Großmutter war eine sehr leidenschaftliche Erzählerin – die Wäscherei war mein „Kinderhimmel“ ich bin also in sehr „einfachen“ Verhältnissen aufgewachsen. Bildung hat es nur in Form von Herzensbildung gegeben -und da hab ich eine Menge gelernt von meiner Großmutter!
Und in Lavants Werk hab ich alles wiedergefunden- die Kraft der Sprache, den Zauber, die Erzählungen über menschliches und Unmenschliches, das Annehmen der Unsicherheiten und der Schwächen, Göttliches und vor allem Spirituelles  – sie konnte ihr Inneres unverschleiert zum Ausdruck bringen. Ich hab mich von allem anfang an vertraut gefühlt in ihrer Welt.
Und ja wenn ich Lavant lese dann fühl ich mich geborgen und zu Hause.

Seit ich mich mit Musik beschäftige beobachte ich auch das Musikbusiness und seine Spielregeln. Und von allem Anfang an war mir klar, dass ich vermutlich nicht geeignet bin für diesen Markt. Sich selber verkaufen, oder verkauft werden – in sich investieren lassen – öffentlich sein – Druck aushalten –  auf sich setzen lassen wie auf eine Zahl beim Roulette – Showcase – sich in einer Messehalle auf eine Bühne stellen (2000 Euro dafür bezahlen) und in 5 Minuten (das ist das bezahlte!  Zeitfenster) die Aufmerksamkeit erregen von Journalisten,  Promotern, Veranstaltern … etc  … jeder öffentlichen Auftrittsmöglichkeit hinterverhetzen …
oder den „sanfteren“ Weg – …  Freunde jagen im Netz wie ein Jäger … oder vielleicht egomanische Journalisten beknien oder vielleicht sogar auch noch bezahlen …  Weiterlesen

Meine neuen Alben

“ Du von draußen, ich von drinnen“, „Fluchtwurzel“ , „Herzhandteller“

gibt es aktuell nicht zum streamen, nicht gratis zum downloaden, ist nicht auf Spotify, youtube etc …

  • erscheint in limitierter Auflage von 500 Stück
  • gibt es gratis und umsonst also nur auf Anfrage:
    und dann bitte im Betreff:
    Gratis und unbedingt Begründung angeben.

ansonsten: die CD

Gratis Musik

Hier ein paar Gedanken zum Thema…

Hm … wohl dicht gefolgt von: Frei Bier für alle, Wohnen gratis … Kaffeegratis zum downloaden, Zahnimplantate gratis,  Kleider gratis, tägliches Brot gratis zum downloaden … Frisör gratis … Gemüse gratis … alles gratis … frei … alles frei … hm … oder nur Musik frei und gratis,  weil MusikerInnen bekanntlich von Luft und Liebe leben?
Wenn das die neue Währung wird  „LUFT und LIEBE“ bin ich gerne Pionierin!

Damit eine CD entstehen kann ist viel, sehr viel unsichtbare Arbeit nötig.
Stunden um Stunden … wieviele?
Gefühlt unendlich viele – also unbezahlbar … und doch gezählt kommen wir auf

ca. 8.500 Euro für die Produktion.
Dank einer Förderung der SKE und über den direkten Verkauf wird das finanziert.

Gratis Download ist abstrakt, und bedeutet übersetzt, dass jemand gratis arbeitet, und irgendwer daran verdient, der gar nichts mit der Sache zu tun hat.

Gratis ist ja nicht umsonst.

Wir freuen uns also über den direkten Kauf der CD!

das ist FAIRTRADE MUSIC – YEAH!

mica  : music austria ist der professionelle Partner für Musikschaffende in Österreich.
mica – music austria wurde 1994 als unabhängiger, gemeinnütziger Verein auf Initiative der Republik Österreich gegründet. Was genau gemacht wird in den Räumen der Mica ist nicht so leicht zu durchschauen.

Ich war dort – bei der Mica – habe einen Termin vereinbart – und wollte mich informieren, was für Möglichkeiten und Netzwerke es gibt, meine Musik – aktuell die Lavantvertonungen an die Menschen zu bringen. Gibt es Veranstalter die sich interessieren?  Ich habe mich 2017 entschieden meine Kompositionen zu veröffentlichen, und hab mich erkundigt, wie läuft das ab: Wie wird man gespielt auf Ö1? Wieviel Zeit muss eingeplant werden … etc … Wer könnte mir weiterhelfen?

Im Zuge dessen, habe ich dem Mica – Mitgründer – den Namen erwähne ich  lieber nicht – ein ! Lavant Lied vorgespielt. Nach nur 15 Sekunden sprach der Experte, dass es in die Schublade „80iger Ding “ passt – nur nicht Pop nennen, denn Pop ist was für Kinder… Weiter klärte er mich auf:

„Mittlerweile gibt es Showcases, da mietet man sich für ca. 2000 Euro eine von vielen Bühnen für 20 Minuten! – Aufbau Performance Abbau müssen in 20 Minuten erledigt sein! 5 Minuten um sich wichtigen Promotern und Journalisten zu präsentieren. Das ist die Realität, sagt er. Nicht nur hier, sondern überall! Ein Laufhaus für MusikerInnen – sage ich? ja … wenn du so willst sagt er … Musicfonds ist hauptsächlich für MusikerInnen die sich am Musikmarkt platzieren wollen. Die also gewillt sind, den Zirkus mitzumachen. Bewegtes Bild (Video) ist mittlerweile Standard – also Voraussetzung – und je mehr bewegtes Bild umso besser! Agenturen und Manager setzten sich erst für einen Act ein, wenn genug Geld herausspringt – mindestens 30-40Konzerte pro Jahr (das selbe Programm – eh klar) Startbudget hat der Künstler auszulegen!  und das von Anfang an. Die Medien kommen nie! Man muss Journalisten beliefern mit dem Produkt – und am besten auch bezahlen!  Es braucht alles eine Vorlaufzeit von mindestens 3 Monaten. Die Maschinerie rennt, sobald vom Künstler selber das Startkapital geliefert wird.  Auch Labels lassen sich mittlerweile von den Künstlern bezahlen und nicht umgekehrt – FACTS …
meine Frage: Gibt es so was wie FAIRTRADE- MUSIC?
Nein … es gab mal einen Versuch, aber die Forderungen der MusikerInnen waren zu hoch! Aha.

Irgendwann hab ich ihm gar nicht mehr zugehört, und meine Tränen haben statt dessen für mich gesprochen. Das hat ihn kaum irritiert – schließlich hat er ja nur von DER Realität gesprochen!
DIE REALITÄT ! Es gibt sie also: Zumindest bei der MICA!
Hinterher hab ich mich gefragt:

Ist er wirklich ein Experte?Es kam mir alles so dahingesagt vor. Was mach ich jetzt mit dieser Info?

Und dann fragte ich den „Experten“   noch: Musikfond, macht das Sinn?

Musikfond ist eine Förderung für Musiker, die ihr Produkt auf den Markt bringen wollen, zu den bestehenden Konditionen. Also Label suchen, vorfinanzieren, Finanzplan erstellen, PRinvestition, eine Tour aufstellen. Da lässt sich eh einiges machen – muss also dann doch nicht alles der Realität entsprechen – hab ich eindeutig gehört. Ok … das interessiert mich auch nicht!

Ich fühle überhaupt gar keine Unterstützung – fühle mich überhaupt nicht ernst genommen.

Eher ein:
Wenn ich nicht bereit bin, mich dem Zirkus und den fragwürdigen Direktoren und Spielregeln zu unterwerfen, dann soll ich halt privat spielen. Mit hochgezogenem Mundwinkel und überschlagenen Beinen sagte er – Wohnzimmerkonzerte zum Beispiel. Eintrittskarten checken, Buchhaltung führen,
Betriebsanlagengenehmigung einholen, Registrierkassagrenzen einhalten etc ..

Auch ok. Also entweder Zirkusaffe sein, oder privat „im Untergrund quasi“  musizieren.

Ein Satz ist mir noch hängengeblieben: “ Völlig egal was du spielst, Inhalt interessiert längst keinen Veranstalter mehr, Hauptsache das Ding verkauft sich.“ ah und noch was … es ist nicht nur in Österreich so, auf der ganzen Welt ist es so. Ahhh . was für ein Trost! Na dann…
Danke Mica, Danke H.H.  für dieses fruchtbare Gespräch!

Das bestehende System hat wohl ausgedient – Schiff Ahoi – auf zu neuen Ufern!

MICA: music austria ist der professionelle Partner für Musikschaffende in Österreich.
mica – music austria wurde 1994 als unabhängiger, gemeinnütziger Verein auf Initiative der Republik Österreich gegründet.

Fazit! Ich bleibe auf meinem Weg und setzte einen Schritt vor den anderen, und bin mir voll bewusst, dass es innerhalb von diesem beschriebenen System, der Realität,  von H.H.  für mich keinen Platz gibt – das ich nicht bereit bin, die fragwürdigen Rahmenbedingungen zu akzeptieren, und auch finanziell gar nicht in der Lage bin ein Risiko auf mich zu nehmen – Dann …  Auf zu neuen Ufern … im Vertrauen, dass meine Musik zu den Menschen findet, die sie hören wollen.

in dem Fall:

OHNE MICA – OHNE MUSIKFOND – als FREI SCHAFFENDE …